Das Hellsehen hat in der Geschichte der Menschheit eine Jahrtausende alte Tradition. In beinahe jeder Kultur gab es spirituell besonders empfindsame und aufnahmefähige Menschen, denen man besondere deuterische Fähigkeiten nachsagte. Ein berühmtes Beispiel ist das Orakel von Delphi: Die Priesterin Pythia berauschte sich an Gasen, die aus einer Erdspalte austraten und verfiel danach in eine Trance, in welcher sie Aussagen über die Zukunft treffen konnte. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Michel de Notredame, besser bekannt als Nostradamus. Im 16. Jahrhundert verfasste er seine überwiegend düsteren Zukunftsprophezeiungen, von denen immer wieder einzelne Aussagen verblüffend pünktlich eintrafen. Vielen Hellsehern ist gemeinsam, dass sie schon zu Jugendzeiten Visionen oder Eingebungen von Ereignissen hatten, die später eintreffen sollten. Solche Talente lassen sich durch gezielte Übung fördern.
Channeling
Channeling ist eine aus den USA kommende spiritistische Technik. Hiernach bezeichnen sich Personen als "Kanäle" (channels), durch die sich höhere Geistwesen melden und Auskünfte vermitteln. Dabei sind zwei Varianten zu unterscheiden. Entweder eine Person übermittelt Botschaften indirekt, berichtet also lediglich von den Ausführungen eines Geistwesens. Oder aber das Medium stellt dem Geist den eigenen Körper zur Verfügung, das Geistwesen schlüpft also während des Channeling-Vorgangs in den Körper der jeweiligen Person. Dieses direkte Channeling sichert eine unverfälschte Übermittlung von Auskünften, während es beim indirekten Channeln durchaus passieren kann, dass der Verstand des Mediums Mitteilungen ausblendet.
Engelkontakte
Hierbei versuchen die Berater spirituellen Kontakt mit dem Schutzengel ihres Anrufers aufzunehmen. Sie übermitteln dem Schutzengel die Anliegen des Klienten und fungieren als eine Art Dolmetscher zwischen Schutzengel und Klienten, geben dem Klienten also auch Antworten auf seine Fragen zurück.
Pendeln
1930 wurde von dem französischen Geistlichen Abbé M.L. Bouly der Begriff der " Radiästhesie" geprägt. Er ist eine lateinisch-griechische Wortkombination und heißt so viel wie Strahlenwahrnehmung oder Strahlenfühligkeit. Die Radiästhesie ist eine Wissenschaft bei der mittels Rute oderPendel über das Nervensystem des Menschen unsichtbare Strahlen bioelektrischer Vorgänge von Organismen ermittelt werden können. Rute und Pendel sind fast unbegrenzt einsetzbar und grundsätzlich kann alles ausgependelt werden, wie beispielsweise Charaktereigenschaften, zwischenmenschliche Beziehungen, medizinische Diagnosen und Arzneimittel, Nahrungsmittel, Erdstrahlen, Edelsteine in Bezug auf ihre Echtheit und Qualität und unzähliges mehr.
Es können damit verlorene Gegenstände oder vermisste Personen, genauso wie die Lage versenkter Kriegsschiffe oder die Standorte von Wild aufgespürt werden. Manchmal wird behauptet, man könne nur Zustände in der Gegenwart oder Vergangenheit auspendeln, nicht aber Ereignisse oder Entwicklungen der nahen oder sogar weiteren Zukunft. Doch auch das ist möglich - wenn auch nicht für jeden Menschen und von Beginn der Pendelpraxis an.
Orakel- und Engelkarten
Bei Orakel- und Engelkarten zieht man gewöhnlich nur eine einzige Karte, anstatt ein Legesysytem mit mehreren Karten anzuwenden. Die Engelkarte kann einen ein ganzes Leben begleiten, die Orakelkarte wird üblicherweise gezogen, um den Ausgang eines bestimmten Ereignisses vorauszusagen.
Lenormandkarten
Mademoiselle Lenormand (geb. 1772) war die erste gesellschaftlich akzeptierte Kartenlegerin. Sie wurde am Hofe Napoleons für ihre treffsicheren Weissagungen vom höchsten Adel hofiert. Durch ihre Beratertätigkeit gelangte sie zu Reichtum und Ruhm, um als die "Sybille von Paris" in die Geschichte einzugehen. Napoleons Sturz, den sie vorhergesagt hatte, brachte ihr allerdings die Verbannung ein. Die Lenormandkarten bestehen aus 36 durchnummerierten Einzelkarten: Jede Karte trägt eine laufende Nummer und - ähnlich wie bei einem klassischen Skatblatt - verschiedene Werte von Kreuz, Pik, Herz und Karo. Der Hauptteil der Karte wird aber natürlich vom Kartensymbol eingenommen. Dies können Tiere, Menschen und Gegenstände sein; sie verkörpern archetypische Bedeutungen, deren Sinn man auf die gestellte Frage anwenden muss.
Kipperkarten
Die Kipperkarten wurden nach dem Kartenmacher Fr. Kipper benannt, der dieses Deck im Jahre 1872 erstmals veröffentlichte. Im Ursprung gehen die Kipper-Karten jedoch wahrscheinlich auf viel ältere Kartendecks zurück, die bereits ab dem 14. Jahrhundert ihre Verbreitung fanden. Das Kartendeck besteht aus 36 Karten, die von 1-36 durchnummeriert sind. Jede Karte trägt neben der Nummer auch einen Titel. Die Kipperkarten zeigen alltägliche Situationen oder auch Darstellungen und Benennungen von Personen, die jeder aus seinem täglichen Leben und aus seiner Erfahrung kennt. So findet sich eine Karte mit dem Titel "Erwartung" oder auch die "Reise". Es gibt einen "Guten Ausgang in der Liebe" und auch einen "Todesfall" . Das Spektrum der 36 Karten deckt somit den Großteil des "normalen Lebens" ab und dient auf dieser Basis zur Entschlüsselung der herkömmlichen Lebensgeschehnisse, der Situationen und Ereignisse, die auf die fragestellende Person in nächster Zeit zukommen.